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Buch des Monats

An dieser Stelle wollen wir Ihnen nun jeden Monat ein besonders empfehlenswertes Buch vorstellen.

Das Buch des Monats Mai wird Ihnen von der Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Martina Döpfer vorgestellt.

Frey, James:
Das letzte Testament der Heiligen Schrift : Roman / James Frey. - Berlin : Haffmans & Tolkemitt, 2012. - 446 S.
     ISBN 978-3-942989-04-6 fest geb. : 19,95 €

Roman des amerikanischen Skandalautors, der die Wiederkunft des Messias zum Gegenstand hat. In sechzehn Kapiteln, aus der Perspektive derjenigen, die Ben Zion als Heiland erkannten, wird dessen Biografie aus der Sicht von dreizehn Zeugen erzählt. Er lebt bei Obdachlosen, wird verhaftet, predigt nicht, sondern liebt und dreizehn Autoren haben diese Texte auch übersetzt, darunter Alexa Hennig, Juli Zeh und Harry Rowohlt.

SW: New York
 Religion
 Jesus Christus

Er war das, wofür die Leute Tausende von Jahren gebetet und gewartet haben. Der wahre Sohn Gottes. Doch er kam nicht, sie zu erlösen, sondern vom Ende zu künden. Und ihnen zu sagen, dass die Götter, die sie verehrten, nicht existierten und sie ihnen gleichgültig waren. Es kam nur auf sie an. Gott bedeute jeden, den man trifft, mit Liebe zu behandeln. War er wirklich der wiedergeborene Jesus Christus? Oder war er ein geisteskranker Epileptiker? Ein Krimineller? Gefährlich?

Basierend auf der Struktur der biblischen Geschichte um Jesus von Nazaret erzählt James Frey von einem neuzeitlichen Messias in New York. 13 Zeugen seiner Wiederkehr berichten von ihren Erlebnissen mit Ben Zion Avrohom, auch genannt Ben Jones oder der Prophet. Zu diesen modernen Evangelisten gehören unter anderem eine puerto-ricanische Stripperin, eine Trauma-Chirurgin und ein Obdachloser aus den Tiefen des New Yorker U-Bahnsystems. Freys Messias predigt Liebe, auch im praktischen Sinn. Er schläft mit Männern und Frauen, traut homosexuelle Pärchen, befürwortet Abtreibungen und hält die Bibel für einen veralteten Roman. Das Leben im Jenseits ist für ihn ein Märchen, ebenso wie der bärtige Gott auf dem goldenen Stuhl im Himmel. Doch niemand predigt ungestraft von freier Liebe und entzieht sich der Kirche und dem Staat. Schon gar nicht Jesus Christus.


Im Stil von Interviews beschreiben verschiedenste Wegbegleiter, was sie mit Ben, der Hauptperson erlebt haben und wie es sie verändert In 13 kurzen Geschichten wird jeweils aus einer anderen Sicht die Begegnung mit ihm erzählt, wobei die Geschichten jeweils von den Personen erzählt werden, die grade mit ihm zu tun haben. Das finde ich sehr gut gelungen.


Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, habe es an einem Morgen gelesen. Ein gelungenes Buch, und regt zum Nachdenken an, wie es wohl sein würde, wenn Jesus wieder kommen, bzw .wenn er heute erst leben würde.

 


 

 
 
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